Montag, der 26.6.2006

Liebe Freunde!
Das Open Air in Halberstadt ist geschafft und mehr als das: es war ein
wunderbarer Abend! Ich will mich dafür zuallererst bedanken. Bei den
`Freunden der Weckerkunst`, die so zahlreich und von weither angereist sind,
bei den Helferinnen und Helfern vor Ort, bei unserem Team und bei meinen
Kollegen und Freunden Hannes Wader und Hans Eckardt Wenzel, die mich und
Heinz Ratz genauso selbstverständlich unterstützt haben wie Jo Barnikel,
Hakim Ludin und Norbert Nagel - und zwar alle ohne Bezahlung, damit der
Erlös des Konzerts an `ZORA e.V.` gehen konnte, ein fortschrittliches
Jugendnetzwerk in Halberstadt, von dem sehr viel positive Gegenkultur und
antifaschistisches Engagement ausgeht.
Es war irgendwie doch ein besonderer Abend, auch und gerade weil von den
Nazis weit und breit nichts zu sehen war. Halberstadt ist, das möchte ich
hier schon gerne sagen, eine wirklich tolle Stadt, eine Sehenswürdigkeit,
die uns allen gut gefallen hat, mit einem im besten Sinne mittelalterlichen
Flair, viel Natur und einer Geschichte von 1200 Jahren.
Der Ostharz bleibt aber eine antifaschistische Krisenregion, auch das muß
man leider festhalten. Nicht weil dort alle Menschen Nazis sind, das habe
ich nie behauptet. Aber es gibt dort straff organisierte Nazistrukturen und
ein hohes Gewaltpotential von rechts - und deshalb war und bleibt es absolut
richtig, dass wir auf die skandalöse Absage im März unter Druck der NPD
entschlossen reagiert haben. Unsere Kultur läßt sich so leicht nicht
verbieten. Wir wehren uns. Wir kommen wieder und mit mehr Leuten! Und wir
haben in Halberstadt und Umgebung viele neue Freunde gefunden, die sich
ebenfalls wehren und für eine offene und bunte Gesellschaft eintreten. Auch
Euch grüße ich an dieser Stelle.

In Liebe
Konstantin

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