Schon 2011 hatten Prüfer des Bundesrechnungshofs Vertragsunterlagen für die bewaffnete Drohne "Euro-Hawk" und auch Statusberichte über das Drohnenprojekt bei der Bundeswehr angefordert.
Dabei sei es zum Eklat gekommen, heißt es: Das Ministerium verschickte zwar Verträge und Berichte, schwärzte diese aber an entscheidenden Stellen unter Verweis auf eine Geheimhaltungsklausel mit der US-Industrie. (SZ)
Was bitte soll uns das sagen? Dass die Bundeswehr irgendwelche dunklen Geschäfte macht mit Geld, das ihr nicht gehört?
Dass die von uns gewählten Parlamentarier nicht mal mehr das demokratische Recht haben zu erfahren, wofür unsere Gelder verschwendet werden? Freundliche Menschen sagen, de Maiziere sei ein Vollidiot. Er hat immerhin 300 Millionen verbrannt für ein Projekt, das für jeden klar denkenden Menschen von Anfang an ein völlig sinnloses Unterfangen war.
Ich glaube nicht, dass unser Kriegsminister ein Idiot ist.
Ich glaube, er weiß genau was er tut und deshalb ist er gefährlich. Er verschwendet unsere Gelder, um eine Branche zu unterstützen, die mit Mord ihr Geld verdient: die Rüstungsindustrie!
Sie halten doch alle zusammen, die großen Waffenhersteller der Welt und verkaufen und kaufen und dann brauchts wieder einen Krieg, um die Waffen zu testen, und noch einen Krieg um sie zu vernichten und dann bauen sie neue Waffen und kaufen und verkaufen und klüngeln zusammen und bestechen und halten die Hand auf und denken sich neue mörderische Pläne aus, denn ihr Geschäft ist nun mal der Mord.
Ich möchte hier noch einmal an Kurt Tucholsky erinnern, der 1931 unter dem Pseudonym Ignaz Wrobel den berühmten Satz schrieb: „Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.“
Und Waffenhersteller sind das für mich ganz genauso.
P.S.:
Wiglaf Droste hat dem in seiner unvergleichlichen Schärfe noch eins draufgesetzt:
Mörder darf man sie nicht nennen
Denn Soldaten sind sensibel
Legen Hand auf Herz und Bibel
Fangen dann noch an zu flennen:
"Ihr sollt uns nicht Mörder nennen!"
Ja, wie soll man sie denn nennen?
Faxgeräte? Sackgesichter?
Zeugungsfähiges Gelichter?
Freddies, die auf Totschlag brennen?
Weder Geist noch Güte kennen?
Oder sind sie Schnabeltassen?
Tennisschläger? Liebestöter?
Kleiderständer? Brausepöter?
Die sich das gefallen lassen:
"Schütze Arsch! Los! Essen fassen!"
Sind sie vielleicht Käsesocken?
Die auf Pils und Deutschland schwören?
Und gern "Tote Hosen" hören?
Wenn sie auf der Stube hocken
Und um Gonokokken zocken?
Ach, wie soll man Mörder nennen?
Man zerfleddert nur die Wörter
Nennt man Militärs nicht Mörter.
Dieses Lied haben Mercedes Sosa und Joan Baez, diese wunderbaren und mutigen Pazifistinnen gesungen, als wir zusammen auf Tour waren. Ich möchte hiermit auch noch einmal der leider viel zu früh von uns gegangenen Mercedes gedenken.
ich musste mich jetzt eine Zeitlang etwas ausklinken, da ich mein neues Soloprogramm vorbereitet habe.
Wir sind zwar bis zum August mit ungebrochener Freude und "zärtlicher Spielwut" mit der ganzen Band unterwegs, aber übermorgen in Leoben, am Montag in Linz und am Donnerstag in der Schweiz, in Winterthur, werde ich wieder mal ganz allein den Bogen spannen zwischen den „Sadopoetischen Gesängen“, der „Kunst des Scheiterns“, vielen Gedichten und Liedern der letzen vierzig Jahre, bis hin zu „Absurdistan“.
Einige Lieder muss ich wieder richtig üben, da ich sie solange nicht gespielt habe und vieles wird sich sicher am Abend auch spontan ergeben. Lange war ich nicht mehr mit einem abendfüllenden Soloprogramm auf der Bühne und so musste ich mir einige Lieder wieder neu zurechtrücken.
Am 9. Mai haben wir, nach einer bewegenden Veranstaltung der „Kultur des Friedens“ im Landestheater, am Geschwister-Scholl-Platz in Tübingen einen Rosenstrauch gepflanzt, in Gedenken an die Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“. Ein Rosenstrauch, den wir schon vor Jahren pflanzten und der, von welchen Idioten auch immer, entfernt wurde.
25 Jahre „Kultur des Friedens“ das heisst für mich: 25 Jahre „Es geht ums Tun und nicht ums Siegen“!
Ich verbeuge mich vor dem ungebrochenen Engagement Henning Zierrocks und Heike Hänsels, von Mikis Theodorakis und Hans Peter Dürr, Reuven Moskovitz und Federico Mayor und vielen, vielen mehr, die dazu beitragen, dass diese Utopie einer gewaltfreien Gesellschaft nicht vom neoliberalen Kriegsgeschäft zertreten wird.
Auf dem Bild sind zu sehen:
Der 92 Jährige Erich Schwarz, dessen Vater wegen Widerstand gegen das Naziregime 1940 in Mauthausen ermordet wurde. v.l.n.r. Konstantin Wecker,H.P.Dürr, Heike Hänsel, Federico Mayor, Henning Zierock, Erwin Schwarz, Reuven Moskovitz (Mütze) und durch seine Leibesgröße nicht zu übersehen - mein Freund Prinz Chaos der Zweite, der ein aufwühlendes Lied über den norwegischen Massenmörder Anders Breivik gesungen hat, in dem er die berechtigte Frage stellt, ob er wirklich nur ein durchgeknallter Einzeltäter war.
Unruhe unter meinem stets weit geöffneten Hotelzimmerfenster lässt mich aufschrecken. Es ist viertel nach zehn und für die meisten eine durchaus christliche Uhrzeit. Für viele Musiker allerdings der Moment, sich nochmal umzudrehen. Ich bin sauer. Geschnatter, Gekicher, freudige Aufschreie, Begrüßungsorgien.
Das Konzert gestern war sehr schön. Zwar nicht ausverkauft, aber die wenigen, die da waren, waren großartig. Sie ließen uns mit ihrer Begeisterung die halbleeren Ränge vergessen.
Anschließend noch ein paar Bier an der Hotelbar. Dann, wie gewohnt, der stets sinnlose Versuch einzuschlafen. Wälzen. Lesen. Aufstehen. Rumgehen.
Da hat sich seit vierzig Jahren nicht viel geändert. Es gehört zum Beruf.
Die Menschen unter meinem Fenster scheinen sich nun alle versammelt zu haben. Warum eigentlich gerade unter meinem Fenster. Ich wage einen Blick zu meinen Feinden hinunter. Sieht mir nach Familienfeier aus. Vielleicht wird der Opa 80. Oder Mami 60.
Ich erschrecke über meine Gehässigkeit. Was hab ich gegen diese Menschen? Stört mich ihre Fröhlichkeit? Nur weil sie mich daran hindern, mich weiter im Bett rumzuwälzen?
Ich sehe sie mir nochmal an. Angenehme Menschen eigentlich. Keine Protzer, kein Aufsichtsratvorsitzenden-Treffen der Deutschen Bank. Keine Drückerkolonnen aus der Maschmeyer-Armee. Einfache Menschen. Menschen, die sich sicher an jedem Monatsende einschränken müssen. Jeder sein eigenes Universum. Jeder voll von Nöten, Sorgen, aber auch von Hoffnungen und kleinen Vorfreuden. Manche vielleicht im Liebestaumel, dieser herrlichen Zeit der jungen Liebe, wo einfach alles stimmt, wo man wohlig und warm aufgefangen ist von all dem, wie das Leben sein könnte.
Und je mehr ich mir diese Fremden betrachte, umso näher werden sie mir. Ich beginne eine aufkeimende Zärtlichkeit in mir zu entdecken für all diese unbekannten schnatternden und lachenden Wesen, die mir noch vor kurzem so weit weg erschienen wie eine lärmende, feindliche Invasion.
Vielleicht hätten sie 1933 Hitler gewählt. Aber ich vielleicht auch. Vielleicht wählen sie im September Merkel. Das werde ich sicher nicht tun.
Was weiß ich schon von ihren Ängsten. Wer bin ich denn, dass ich mir herausnehme, über sie, die mir so unbekannten, zu urteilen? Die Zärtlichkeit übermannt mich an diesem ersten Mai. Ein zärtliches Gefühl für jede Frau und jeden Mann, und für die Kinder sowieso. Für alle, die in einer Gesellschaft leben müssen, die so unglaublich kalt und ungerecht geworden ist für die, die nicht am Drücker sitzen. Für alle, die derzeit so verarscht werden von den Mächtigen. Für uns eben. Uns alle. Und insgeheim träume ich von einem Aufstand an diesem ersten Mai. Und dass wir uns all die Rechte zurückholen, die sie uns gestohlen haben. Das Recht auf Arbeit, das Recht auf Wasser, das Recht darauf, von der Gesellschaft versorgt zu werden, wenn man es selbst nicht mehr kann. Das Recht auf einen Mindestlohn. Das Recht auf eine Welt ohne Zeitarbeitsfirmen. Das Recht auf unser Recht.
Dass dieser Mai nie ende
Ach Sonne wärm uns gründlich
Wir haben kaum noch Zeit
Die Welt verbittert stündlich
Liebe Freunde,
Jean Ziegler, mit dem befreundet zu sein ich die Ehre habe, schreibt seit einem halben Jahrhundert gegen die Mächtigen der Welt. Als Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen bereiste er viele Jahre die Welt und warnte als einer der ersten vor den verheerenden Auswirkungen der Wirtschaftsglobalisierung. Seitdem lässt ihm das menschliche Leid, dessen Zeuge er wurde, keine Ruhe mehr. Er ist mutig und scheut sich nicht Banker Banditen zu nennen, die sich auf Kosten der Ärmsten der Welt bereichern.
Ich habe diesen warmherzigen Menschen bei einer Demo gegen die Macht der Banken in Frankfurt kennengelernt und wir haben uns sofort sehr gut verstanden. Auch er ist einer meiner „Rebellischen Freunde“.
Über sein Buch „Wir lassen sie verhungern“ das ich euch , wie alle seine Bücher, ans Herz legen möchte, sprach er mit dem SPIEGEL: www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/affaere-um-uli-hoeness-interview-mit-dem-bankenkritiker-jean-ziegler-a-895868.html
Liebe Freunde,
das meldet der FOCUS:
"Armutsfalle Arbeitslosigkeit
Armutsrisiko bei 70 Prozent. Deutsche Arbeitslose sind in der EU am ärmsten. Deutschland ist der Motor der europäischen Wirtschaft. Trotzdem sind die Menschen hierzulande einer größeren Gefahr ausgesetzt arm zu werden, als im EU-Durchschnitt.
Schuld daran ist laut einer Studie Hartz IV.....Die Armut in Deutschland ist größer als in Slowenien..... "
Aber, liebe Freunde, dafür haben wir die schönsten Reichen....
Liebe Freunde,
es ist furchtbar, wenn Menschen durch einen Bombenanschlag verletzt werden oder ums Leben kommen. Es ist entsetzlich, wenn ein 8 jähriger Junge durch eine Bombe aus dem Leben gerissen wird. Das Leid der Eltern, Verwandten und Freunde ist unbeschreiblich.
Ich würde mir wünschen, man würde auch über andere Kinder, die durch Bomben, Tretminen, Granaten und Gewehrschüsse ums Leben kommen, ebenso ausführlich berichten. Das wird dann gerne - wie vor kurzem wieder in Afghanistan - als Kollateralschaden entpersonalisiert. Das klingt dann so:
„Bei einem Nato-Luftangriff im Osten Afghanistans sind nach Angaben der Provinzregierung zehn Kinder und eine Frau getötet worden. Der Sprecher des Provinzgouverneurs, Wasifullah Wasifi, sagte am Sonntag, bei dem Bombardement seien am Samstag auch mehrere Menschen verletzt worden.“ (dpa vom 7.4.2013)
Sehr viel Ausführlicheres habe ich dann nicht mehr gelesen.
Ich bitte mich nicht misszuverstehen - ich beschwere mich hier nicht über die Berichte über die Bombenanschläge in Boston! Mir fällt nur ein Ungleichgewicht in der allgemeinen Berichterstattung auf, das einem irgendwann das Gefühl gibt, afghanische (und andere) Kinder seien weniger wertvoll als westliche.
Liebe Freunde,
da wird eine schwerbehinderte, herzkranke Rentnerin zwangsgeräumt, weil ihr die Richter die "Räumungsunfähigkeit" verweigerten. Die Frau hatte ihre Miete nicht mehr bezahlen können. Sie wird von Aktivisten des "Bündnis Zwangsräumung verhindern" aufgenommen.
Aber ihr Herz ist gebrochen. Sie stirbt ein paar Tage später in einer Weddinger Wärmstube.
Bei einer Kundgebung vor dem Haus in der in Reinickendorf haben am Freitagabend rund 350 Menschen von der verstorbenen Rentnerin Rosemarie F. Abschied genommen und mit Plakaten und vereinzelten Sprechchören gegen die Praxis der Zwangsräumung und Mietsteigerungen demonstriert. "Für das Recht der Reichen geht ihr über Leichen" war auf den Plakaten zu lesen und: "Schämt Euch!"
Pit Wuhrer schreibt in der "WOZ":
"...denn Margaret Thatcher hat vor allem zerstört und das Neue, das sie schuf, ausschliesslich den Reichen und Mächtigen zukommen lassen. Sie hat das Sozialgefüge Britanniens demontiert, die Wirtschaft deindustrialisiert, Kriege vom Zaun gebrochen, die Demokratie ausgehöhlt, Millionen ins Elend gesetzt, ganze Landstriche entvölkert, sich mit den falschen Leuten verbündet (der chilenische Diktator Augusto Pinochet war für sie «ein guter Freund», Nelson Mandela hingegen «ein Terrorist»), den Londoner Finanzplatz dereguliert (die Folgen sind angesichts von Offshore-Leaks gerade wieder zu besichtigen), die Eliten verhätschelt, einen permanenten Klassenkrieg von oben geführt – und all jene kollektiven Organisationen zerstört, die ihr im Weg standen."
Kommt uns das vielleicht bekannt vor? Könnte es sein, dass genau diese Politik von Schröder bis zu unserer eisernen Lady gnadenlos weitergeführt wurde und wird?
1986 habe ich dieses Lied "Oma" geschrieben. Heute wirkt es wie ein unheilvoller Vorausblick auf unsere Gegenwart... www.youtube.com/watch
Liebe Freunde,
ein kleiner Nachtrag zu meinem gestrigen Posting und eine kurze Antwort auf einige KommentatorInnen auf facebook, die der Meinung sind, die Aktion der Berliner Studenten sei undemokratisch gewesen.
Eine deutliche Mehrheit der deutschen Bevölkerung lehnt Auslandseinsätze der Bundeswehr jeder Art ab. Das passt sowohl der Rüstungsindustrie als auch der gesamten Wirtschaft und denen, die in der Bundeswehr das Sagen haben, nicht in den Kram. Man versucht uns schon seit langem klar zu machen, dass Deutschland erst "erwachsen" wurde, als es in Somalia, vor fast genau zwanzig Jahren in Belet Uen, mit dem ersten militärischen Einsatz der Bundeswehr im Ausland begann. Danach ging es Schlag auf Schlag. Kosovo, Bosnien, Afghanistan und jetzt Einsätze in Mali und der Türkei.
1992 sagte Volker Rühe, der damalige CDU Verteidigungsminister, erstaunlich offenherzig:
".... die in 40 Jahren gewachsenen Instinkte der Menschen, lassen sich nicht einfach weg kommandieren....deswegen müssen wir Schritt für Schritt vorgehen. Es geht darum nicht nur die Soldaten, sondern die ganze Gesellschaft auf diese Aufgaben vorzubereiten."
Diese Vorgabe wurde seitdem von vielen Medien und Politikern trefflich erfüllt.
In diesem Sinne suchte Thomas de Maizière im März 2013 die Öffentlichkeit und erklärte:
"Bei der jetzigen Generation, die viel an Chillen und Karriere denkt" empfehle er "schnörkellos: die sollen zur Bundeswehr kommen." Er könne aufgrund der "Erfahrung mit einem unserer Söhne" allen Betroffenen nur sagen:" Jungs" die zur Armee gehen, würden "plötzlich männlicher werden.(!!!) Damit meine ich das Verhalten, die Stimme, den Oberkörper und die Haltung".
Und gegen so jemanden soll man nicht mit Sprechchören gewaltfrei protestieren dürfen???
Horst Köhler musste gehen, als er als einziger unverschnörkelt die Wahrheit sagte:
"Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege...."
Brauchen wir wirklich Jungs, die in "Haltung und Oberkörper noch männlicher" werden, um den Konzernen die Handelswege zu sichern?
Oder bräuchten wir nicht eher sensible Männer und Frauen, die es einfach nicht übers Herz bringen, für die Ansprüche des Marktes Menschenleben als Kollateralschäden zu opfern?
Ich bleibe dabei: Es geht um strategische Rohstoffe und um die Krise des Kapitalismus. Das - und in keinem Fall die Wahrung der Menschenrechte, sind die Gründe für weitere schreckliche Kriege. Wie sonst wäre es zu erklären, dass die freie westliche Welt weiterhin mit Diktaturen wie Saudi Arabien zusammenarbeitet und prächtig an ihnen verdient?
Und sind nicht diejenigen, die am lautesten fordern, dass "unsere Jungs" für unser Land kämpfen sollen, zum großen Teil im Alter eines Herrn Maizière? Also alt genug um zu Hause zu bleiben, wenn die Jungen sich gegenseitig abschlachten?
Die meisten Informationen habe ich der "zeitung gegen den krieg" entnommen, die zu bestellen ich euch ans Herz legen möchte.
Im letzten Satz des Leitartikels der jetzigen Ausgabe heisst es:
"Apropos Oberkörper und Haltung: wir schlagen vor: Aufrecht gehen und Haltung bewahren. Insbesondere die in den letzten Jahrzehnten gewachsenen "Friedens-Instinkte" verteidigen! Nein zu Militarisierung und Rüstung! Nie wieder Krieg!" www.zeitung-gegen-den-krieg.de/
Liebe Freunde,
das ist doch mal eine richtig gute Nachricht: Studenten der Berliner Humboldt - Universität ließen auf äußerst charmante Weise unseren Verteidigungsminister nicht zu Wort kommen. Sein Thema: "Der Beitrag der Bundeswehr zum gesellschaftlichen Zusammenhalt". Die StudentInnen hatten wohl (verständlicherweise) keine Lust auf diese Werbeveranstaltung für die Bundeswehr und hörten nicht auf, in Sprechchören zu rufen:"Thomas, wir lieben dich!"
Andere stellten auf dem Podium Kriegsopfer dar.
Der Präsident der Universität hielt ihnen "undemokratisches Verhalten" vor.
Anscheinend will man uns eintrichtern, dass Kriege mit deutscher Beteiligung genauso "alternativlos" seien, wie der Finanzkurs der Kanzlerin.
Mich freuts, dass sich Studenten wieder einmischen. Und ich finde das ausgesprochen demokratisch.
Von mir gibts für diese Aktion den Wecker der Woche. www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2013_04/studenten_sprengen.html
hier noch einmal der Text des vermutlich 1895 entstandenen Gedichtes von Hugo von Hofmannsthal: "Manche freilich..."
das meine Mitarbeiter als von mir gesprochene Version gerade auf facebook gepostet haben. Nur für den Fall, dass einer glaubt ich würde mich da vielleicht mit fremden Federn schmücken wollen...obwohl...mit diesen sprachlich grandiosen Federn hätte ich mich gerne geschmückt...
Manche freilich
Manche freilich müssen drunten sterben
wo die schweren Ruder der Schiffe streifen,
andere wohnen bei dem Steuer droben,
kennen Vogelflug und die Länder der Sterne.
Manche liegen mit immer schweren Gliedern
bei den Wurzeln des verworrenen Lebens,
anderen sind die Stühle gerichtet
bei den Sibyllen, den Königinnen,
und da sitzen sie wie zu Hause,
leichten Hauptes und leichter Hände.
Doch ein Schatten fällt von jenen Leben
in die anderen Leben hinüber,
und die leichten sind an die schweren
wie an Luft und Erde gebunden.
Ganz vergessener Völker Müdigkeiten
kann ich nicht abtun von meinen Lidern,
noch weghalten von der erschrockenen Seele
stummes Niederfallen ferner Sterne.
Viele Geschicke weben neben dem meinen,
durcheinander spielt sie all das Dasein,
und mein Teil ist mehr als dieses Lebens
schlanke Flamme oder schmale Leier.
Liebe Freunde,
leider musste ich ja mein Lied "Guttiland" aus dem Programm nehmen, nachdem uns Dr. von und zu Guttenberg so schnöde verlassen hat.
Nun meldet er sich mit sensationellen Neuigkeiten aus den Vereinigten Staaten zurück.
Als Insider, der er immer schon war, kennt er die neuesten Angriffspläne gegen den Iran, und ermahnt unsere Kanzlerin, sich auf die richtige Seite zu stellen.
Berlin müsse sich gedanklich und politisch auf die Möglichkeit einer militärischen Eskalation des Iran-Konfliktes einstellen. Dies gelte insbesondere im Jahr einer Bundestagswahl, schreibt der 41-jährige.
Er fordert die " Verstärkung der Marinepräsenz der Bundeswehr im östlichen Mittelmeer".
"Berlin versuche den Anschein zu vermeiden, sich auf einen möglichen israelischen Angriff auf den Iran einzustellen", heißt es da. (Die WELT)
Diese Mahnung an Frau Merkel ist auch enorm wichtig, denn es steht ja anscheinend zu befürchten, dass sie sich im Falle eines Angriffs auf den Iran auf die Seite Achadimedschads schlägt.
Hoffen wir, dass diese Angriffspläne genau so ein Fake sind wie die Doktorarbeit des adligen Exministers.
Ich muss zugeben, mich hat's gefreut, aus diesem Anlass das Lied noch einmal posten zu können.... m.youtube.com/watch
Liebe Freunde,
als ich vor gefühlten 100 Jahren mit Joan Baez ein open air Konzert gab - ich glaube es war in Würzburg - spielte sie Bob Dylans "A Hard Rain's A-Gonna Fall" - und es schüttete in Strömen. Darauf begann ich - mir meiner schamanischen Kräfte ehrlich gesagt nicht so bewusst - die Einleitung zu diesem Lied zu spielen und die Wolken wurden wie von Geisterhand auseinander geschoben, blauer Himmel erstrahlte und die Sonne brach mit Urgewalt durch. Na ja, wenigstens ist das so in meiner vielleicht etwas glorifizierenden Erinnerung. Aber ein erstauntes "Aha" des Publikums haftet mir noch im Gedächtnis.
Wollen wirs nochmal versuchen? Vielleicht hilft ja gemeinsames Anhören dieses Liedes, um den Winter endlich zu verjagen? www.youtube.com/watch
wochenlang haben sie gemalert, dekoriert, geputzt und geschmückt und jetzt ist „Anniks Café im Gaumenspiel“ , in München, endlich eröffnet. Die beiden Geschäftspartner meiner Frau hatten schon Erfahrung in der Gastronomie, sonst wäre das Projekt wohl nicht zustande gekommen. Ich habe mit meiner Erfahrung als Wirt lieber keine Ratschläge gegeben, da mein „Kaffee Giesing“ zwar kulturell ein Renner war, aber finanziell ein Desaster...
Annik backt natürlich jeden Tag selbst und manchmal muss man auch mal anstehen, um ihren göttlichen Apfelkuchen zu ergattern, oder die fast schon legendäre weiße „Trüffeltarte mit Himbeeren“. Aber das macht auch Spaß, denn es stehen ausschließlich interessante und nette Menschen an.
Ich vermute jetzt schon, dass wieder ätzende Kommentare kommen werden. Wie damals, als ich ein neues Buch meiner Frau hier vorstellte. Und manch einer wird mir vorwerfen, dass ich hier Werbung für die Backkunst meiner Frau mache.
Und warum bitte nicht?
Immerhin bewerbe ich hier keine Investmentfonds, sondern die eindeutig köstlichsten Kuchen der Stadt! Handwerk im besten Sinne, und das in einem kleinen Café, in dem die Betreiber an die 14 Stunden täglich selbst backen, kochen und servieren.
Schaut euch doch mal die Seite an, oder besser, kommt einfach mal vorbei.
schon seit vielen Jahren schätze ich die Kommentare des Juristen und Chefredakteurs der Süddeutschen Zeitung, Heribert Prantl. Auch wenn ich nicht immer zu hundert Prozent seiner Meinung bin, erfreue ich mich stets an seinen
geistreichen Gedankenspielen. Dieser Osterbeitrag ist für mich das Klügste was zu diesem Thema in der letzten Zeit zu lesen war. Ein Lob des Zweifels in einer Zeit, in der die "Alternativlosigkeit" und im Endeffekt der Fundamentalismus des Marktes zum Fetisch erhoben wird. Ein Lob des Zweifels auch und gerade im Glauben, der sonst in Dogmenhörigkeit erstarrt und zur Farce wird. Und nicht zuletzt lese ich daraus auch ein Lob des Zweifels an sich selbst und seinen Ansichten, ein Zweifel, der einen lebendig bleiben lässt und immer wieder dazu antreibt sich neu zu entdecken.
Zweifler werden von den "obersten Funktionären für Störer gehalten".
Wir sollten sie weiter stören!!
Für mich ist dieser Beitrag ein Meisterstück journalistischen Schaffens.
Liebe Freunde,
immer schon war es gängige Praxis der jeweils Herrschenden und insbesondere der Chefideologen des Neoliberalismus, sich unsere Sprache zu eigen zu machen und bestimmte Worte umzudeuten oder auch neu zu erfinden.
Ob vor vielen Jahren das „Prekariat“ , (ein bewusst unverständlicher Ausdruck für Menschen unter der Armutsgrenze), ob die sattsam bekannten „bewaffneten Konflikte“ (Euphemismus für dreckige Kriege), oder seit einiger Zeit die sogenannten „systemrelevanten Banken“ (solche, die sich verzockt haben, aber die mit unseren Steuergeldern gerettet werden sollen):
Man versucht, uns die Wirklichkeit zu vernebeln und erschafft eine systemkonforme Realität – mal ehrlich: das einzige was auf dieser Welt systemrelevant ist, sind WIR MENSCHEN! - die uns vermitteln soll, dass die teilweise völlig irrwitzigen Handlungen der Regierenden „alternativlos“ seien. Die Retter retten sich ausschließlich selbst und schwurbeln in diversen Talkshows und Medien hochgestochene Worthülsen, deren Bedeutung sie neu erfunden haben. Der politische Trick (ja, man könnte auch Lüge sagen) besteht darin, dass man mit der massenmedialen, permanenten Wiederholung dieser künstlichen Begriffe den Menschen eine Realität vorgaukelt, die es gar nicht gibt!
Wenn dann jemand, wie zum Beispiel Sahra Wagenknecht, verständlichen Klartext redet, sind die meisten schon so eingenebelt, dass ihnen klare Worte naiv erscheinen.
Der größte Trick dieser Ideologen ist ja, alle anderen der Ideologie zu bezichtigen und alte antikommunistische Ressentiments zu wecken, auch wenn die sogenannten „Stalinisten“ nichts anderes als gute, alte sozialdemokratische Werte verkünden.
Währenddessen isoliert uns unsere Kanzlerin so, dass man sich schon wieder offenen Anfeindungen im Ausland ausgesetzt sieht als Deutscher. Es hat Jahrzehnte gedauert bis es uns gelungen ist, die Gräuel unserer geschichtlichen Schuld etwas vergessen zu machen. Es dauerte nur einige Monate, um vieles von dieser Errungenschaft wieder kaputt zu machen.
Die Rettung russischer Steuerbetrüger in Zypern auf Kosten einheimischer Sparer schlägt nun dem Fass den Boden aus. Wenn man dann auch noch lesen muss: “...die Sparer plündern ihre Konten“, - weil zypriotische, frustrierte Kunden ihre Banken stürmen - ehrlich Freunde, dann ballt sich einem die Faust in der Tasche. Wer bitte plündert denn seit Ewigkeiten wen aus? Die Sparer die Banken? Gehts noch?
Ein Bundeskanzler - auch eine Bundeskanzlerin - hat Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden. Frau Merkel schadet uns mittlerweile mehr, als jeder andere Kanzler zuvor. Das gesamte Ausland beginnt zu begreifen, dass uns diese Kanzlerin in eine in Überheblichkeit erstarrte Isolation führt. Nur die deutschen Wähler scheinen an nichts anderes zu denken, als an ihren deutschen Geldbeutel.
Noch herrschen freie Wahlen.
Jeder sollte sich noch mal gut überlegen, was er zu wählen gedenkt im September.
Frau Merkel und ihr nicht unbedingt unbestechlicher Juniorpartner jedenfalls bekommen von mir ganz klar die dunkelrote Karte.