25.07.2008
Der Blues blinzelt durch die Knopflöcher
Der neue Wecker - die neue Virtuosität eines Altersweisen. Aus dem Liedermacher mit dem unvergleichlich symphonischen Poesie-Pathos ist ein wirklich großer Improvisateur zwischen den Stilwelten geworden. Über 60, kein bisschen leiser, sondern richtig aufgedreht: Konstantin Wecker zelebrierte auf dem Tollwood (Musik-Arena) mit einer Heerschar herausragender Musiker die neue Virtuosität des Altersweisen. Aus dem Liedermacher mit dem unvergleichlich symphonischen Poesie-Pathos ist ein wirklich großer Improvisateur in (fast) allen Musikstilen geworden. Da lugt in alten, neu arrangierten Liedern der Blues aus sämtlichen Jeans-Knopflöchern. Jazz-Abstecher lassen Kenner anerkennend nicken, Ausflüge ins Südamerikanische bescheren Gänsehaut-Prickeln - und strammer Hardrock bläst den Damen und Herren in den ersten Reihen eine stromlinienförmige Föhnwelle, wenn Wecker seine größte Liebe (die "Anna, Anna - An(n)archie") beschwört. Sogar das Bayerische bemüht er - mit Auszügen aus seiner neuen CD "Gut´n Morgen Herr Fischer". Gstanzl und "Traditionals", die aus weißblauem, witzig intoniertem Humtata unversehens in den Reggae hinüberschwappen. Überraschend - überhaupt nicht anbiedernd. Und über allem schwebt das, was den Wecker nun seit über 40 Jahren ausmacht - diese hemmungslose Emotionalität: "Heute nehm´ ich mir das Leben - um es nie mehr zu verlier´n!"
Quelle: http://www.abendzeitung.de/kultur/40460
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